Press Escape to close navigation

Was ist ein Tempolauf? 6 Vorteile für Läufer*innen

Tempoläufe vereinen Ausdauer und Geschwindigkeit. Das Prinzip dahinter zu verstehen, hilft dir dabei, stärker zu laufen, smarter zu pacen und deine Rennziele zu erreichen.

Tempoläufe verändern, wie du mit Belastung umgehst. Anstatt einem bestimmten Tempo nachzujagen, lernst du, konstant zu performen. Du nutzt gleichmässige Belastung und einen klaren Rhythmus, um Schritt für Schritt selbstsicherer zu laufen.

Sie helfen dir, schneller deine Wettkampf-Pace zu finden und auch bei steigender Intensität die Kontrolle zu behalten.

Was ist ein Tempolauf?

Ein Tempolauf ist eine anhaltende, angenehm harte Belastung, die du typischerweise 15 bis 60 Minuten lang durchhalten kannst.

Die meisten Läufer*innen bewegen sich dabei an der Grenze zwischen Zone 3 und Zone 4. In einem Bereich also, in dem das aerobe System hart arbeitet, aber nicht ausbrennt. Tempoläufe sollten härter sein als leichte Läufe, aber kontrolliert genug, um deine Pace zu halten.

Besonders als Marathonläufer*in profitierst du von ihnen, da du Ausdauer aufbaust, ohne deinen Körper so stark zu beanspruchen wie bei Intervallen.

Tipp: Um deine Pace für den Tempolauf zu finden, wählst du eine Geschwindigkeit, die du gerade noch für etwa eine Stunde durchhalten würdest – kraftvoll, kontrolliert und konstant vom Start bis zum Finish.

6 Vorteile von Tempoläufen

Mit Tempoläufen baust du nachhaltig Kraft auf. Du solltest nicht ans absolute Limit gehen – dich aber trotzdem ordentlich anstrengen müssen. Sie bestehen aus konstanter Belastung, die dir hilft, müheloser zu laufen.

Du überlegst dir, Tempoläufe in deinen Trainingsplan aufzunehmen? Hier findest du die wichtigsten Vorteile:


1. Baue nachhaltig Tempo auf 

Du wirst deine Geschwindigkeit halten können. Tempoläufe helfen dir, einen sauberen und konstanten Schritt beizubehalten, selbst wenn es intensiver wird. Ihre Pace ist anstrengend, aber nicht erzwungen.

Mit der Zeit baust du so die Kapazität auf, um schneller zu laufen, ohne in den Sprintmodus zu kommen. Das führt bei vielen Läufer*innen zu stärkeren Performances über lange Renndistanzen und in Workouts, bei denen gutes Pacing gefragt ist.


2. Verbessere deine Laufwirtschaft

Mit der Zeit fühlt sich dieselbe Pace immer leichter an. Deine Atmung wird ruhiger und dein Schritt konstanter. Schnell zu laufen, fühlt sich natürlicher an. Das Training an oder knapp unterhalb der Laktatschwelle verbessert die Laufwirtschaft und die aerobe Effizienz. Einfach gesagt heisst das, dass dein Körper lernt, mit demselben Aufwand mehr zu leisten.


3. Du zögerst die Erschöpfung hinaus

Beim Tempolauf lernst du, nah an dein Limit zu gehen – und dieses Limit Schritt für Schritt zu verschieben. Indem dein Körper lernt, Laktat besser zu verarbeiten und abzubauen, kannst du länger schnell laufen, bevor du ermüdest. Du verbringst mehr Zeit in einem angenehm anstrengenden Bereich. Das gibt dir die Power, die du brauchst, wenn das Tempo einen Zahn zulegt.  


4. Stärke deinen Wettkampfrhythmus 

Tempoläufe simulieren den anhaltenden Kraftaufwand bei längeren Wettkämpfen. Du lernst, selbst bei einer herausfordernden Pace ruhig und kontrolliert zu bleiben.

Für Marathon- undHalbmarathonläufer*innen bedeutet das, dass sich dein Pacing und deine Performance nicht nur im Training verbessern, sondern auch am Wettkampftag.

5. Schärfe deine Pacing-Instinkte

Laufuhren liefern dir Daten, aber Tempoläufe schärfen deine Intuition. Du entwickelst ein Gefühl dafür, wann dein Tempo konstant ist und wann du gegensteuern musst.

Dieses Bewusstsein ist im Rennen Gold wert, denn Pacing-Fehler am Anfang rächen sich oft durch einen Einbruch gegen Ende. Tempoläufe helfen dir, dein Gespür für Rhythmus und Kontrolle zu schärfen.


6. Behalte unter Druck die Kontrolle

Um eine schnelle Pace zu halten, musst du selbst unter Druck kontrolliert bleiben. Tempoläufe lehren dich, präsent zu bleiben, während die Belastung steigt: ruhig, fokussiert, konstant. Mit der Zeit fühlt sich dieses Level an Belastung normal an und dein Rhythmus wird erstaunlich mühelos.

Arten von Tempoläufen

Tempoläufe definieren sich nicht über eine bestimmte Pace, sondern über eine bestimmte Dauer.

Einige Läufe folgen einem konstanten Rhythmus. Bei anderen teilst du dir die Belastung in Intervalle auf oder steigerst sie von Kilometer zu Kilometer. Jeder Ansatz trainiert denselben Skill: stark und kontrolliert zu bleiben, wenn es intensiver wird.

Hier sind drei verschiedene Tempoläufe, die du ausprobieren kannst:


Konstante Anstrengung 

Der Klassiker. Gleichmässige Belastung. Klarer Rhythmus. Nach dem Warm-up gehst du in eine Pace über, die zwei Kriterien erfüllt: Sie ist anstrengend, aber dauerhaft haltbar. Keine Tempowechsel. Keine Belastungsspitzen. Nur konstantes Laufen vom Start bis zum Finish. Simpel, gleichmässig, effektiv. 

Zum Beispiel so:

- 10 Minuten Joggen als Warm-up - 20–30 Minuten Tempo - 10 Minuten Joggen als Cool-down


Tempo-Intervalle 

Tempointervalle unterteilen die Belastung in kleinere Abschnitte – mit kurzen Steh- oder Joggingpausen zwischen den einzelnen Reps. Gleiche Intensität. Aber flexibler.

Die Belastung in Intervalle aufzuteilen, kann das Tempotraining zugänglicher machen, besonders wenn du dich an längere Sessions herantastest. Kurze Pausen. Wertvolle Zeit im Tempobereich.

Zum Beispiel so:

- 3 × 10 Minuten Tempo - 2 Minuten leichtes Joggen zwischen den Reps

Steigerungslauf

Beim Steigerungslauf erhöhst du das Tempo während des Laufs kontinuierlich. Starte locker, lass die Intensität ganz natürlich steigen und finishe stark.

Zum Beispiel so:

- 10–15 Minuten leichtes Laufen - Langsam in die Marathon-Pace übergehen - Die letzten 10–15 Minuten mit Tempo abschliessen

So baust du Tempoläufe in dein Training ein

Tempoläufe funktionieren am besten, wenn deine Woche ausgeglichen ist: Leichte Läufe zur aktiven Erholung. Lange Läufe für die Ausdauer. Tempoläufe für Kraft, die auch bei steigender Intensität stabil bleibt.

Wenn du gerade erst mit dem Laufen angefangen hast oder zum ersten Mal Tempoläufe absolvierst, solltest du es langsam angehen. Erzwinge nichts. Wer beständig bleibt, wird rasch Fortschritte sehen.

So kannst du anfangen:

- Bau eine Basis auf: Beginne mit regelmässigen leichten Läufen, bevor du diese mit Tempo-Sessions ergänzt. Konstante Kilometer schaffen das Fundament für intensivere Workouts.

- Warm-up und Cool-down: Geh nicht überstürzt ins Tempo. Lauf dich mindestens 10 Minuten lang locker ein und beende das Training mit einem entspannten Cool-down.

- Finde die richtige Belastung: Die Tempo-Pace ist zwar anstrengend, aber kontrollierbar. Du kannst dich in kurzen Sätzen unterhalten, aber keine ganzen Gespräche mehr führen. Sobald sich der Lauf gehetzt anfühlt, solltest du dich ein bisschen zurücknehmen.

- Bleib konsistent: Viele Läufer*innen bauen eine Tempo-Session pro Woche ein – am besten zwischen zwei lockeren Tagen. Wenn du dich sicher genug fühlst, kannst du deine Tempoläufe langsam verlängern.

Wie sich die Tempo-Pace anfühlen sollte

Die Tempo-Pace fühlt sich anstrengend an. Die Atmung ist tief, aber kontrolliert. Sie ist fordernd, aber nicht überfordernd.

Auf einer 10er-Skala stufen die meisten Läufer*innen die Belastung mit 6 oder 7 Punkten ein. Du solltest die Pace dauerhaft halten können, ohne dass deine Kräfte nachlassen. Die Belastung sollte gross genug sein, dass du dich konzentrieren musst – aber auch leicht genug, dass du sie problemlos für 20 bis 60 Minuten durchhalten kannst.

Die Tempo-Pace liegt üblicherweise bei 75 bis 85 Prozent des Maximalpulses. Für viele Läufer*innen ist das der Bereich zwischen aerobem Ausdauertraining und hochintensiven Intervallen. Laufuhren und Trainings-Apps können dir dabei helfen, diesen Bereich zu finden – aber das eigentliche Ziel ist, die Intensität an dein Körpergefühl anzupassen.

Im Vergleich zur Marathon-Pace fühlt sich die Tempo-Pace meistens ein bisschen härter an. Die Marathon-Pace ist auf maximale Ausdauer ausgelegt, während der Tempolauf im Bereich der Laktatschwelle ansetzt.

- Ein einfacher Test: Du solltest noch in kurzen Sätzen sprechen, aber keine ganze Unterhaltung mehr führen können. Deine Atmung wird tiefer und rhythmischer. Die Pace ist fordernd, aber nicht gehetzt. Für viele Läufer*innen liegt die Belastung von Tempoläufen zwischen 6 und 7 auf einer 10er-Skala. Wenn dein Maximalpuls bei 180 liegt, entspricht ein Tempotraining bei 75–85 Prozent einem Puls zwischen 135 bis 153.

Dein Tempo, deine Regeln

Tempoläufe sehen für jede*n Läufer*in anders aus. Die Pace, die Streckenlänge und die Struktur des Workouts richten sich ganz nach deiner Erfahrung, deinen Zielen und deinem Körpergefühl.

Entscheidend sind deine gefühlte Anstrengung und die Fähigkeit, auch bei höherem Tempo kraftvoll zu bleiben und einen festen Rhythmus zu finden.

Wenn du bereit bist, deine Trainingsroutine aufzubauen, brauchst du nur noch die passende Ausrüstung. Schuhe wie der Cloudflow 5 sind speziell für schnellere Paces gedacht.

FAQ

Was ist ein Tempolauf?

Ein Lauf bei konstant hohem, aber kontrolliertem Tempo, das du über eine längere Distanz halten kannst. Tempoläufe bauen deine Ausdauer bei höheren Paces auf und lassen dich kontrollierter laufen.


Welche Pace sollte mein Tempolauf haben?

Die Tempo-Pace ist für alle Läufer*innen anders – aber die Belastung sollte immer angenehm anstrengend sein und du solltest sie vom Anfang bis zum Ende durchhalten können. Eine Session dauert mindestens 20 bis 30 Minuten. Dabei solltest du nur noch kurze Sätze herausbringen und keine ganze Unterhaltung mehr führen können.

Die meisten Läufer*innen bewerten die Anstrengung mit 6 oder 7 auf einer 10er-Skala. Oft liegt das nahe an der Laktatschwelle.


Sind Tempoläufe zwingend Teil des Marathontrainings?

Tempoläufe sind eines der effektivsten Mittel, um dich auf einen Marathon vorzubereiten. Sie helfen dir, in Kontrolle zu bleiben, wenn die Belastung steigt und die Erschöpfung einsetzt. Wenn du im Training regelmässig Tempoläufe einbaust, gewöhnst du dich schon vor dem Marathon ans Renntempo.


Sind die Tempo-Pace und die Marathon-Pace gleich?

Die Tempo-Pace ähnelt meist dem Halbmarathontempo, ist aber nicht immer identisch. Sie liegt in der Regel knapp unter der maximalen Geschwindigkeit, die du etwa eine Stunde lang durchhalten könntest. Für viele Läufer*innen ist das etwas unter der 10K-Pace und kommt der Belastung bei einem Halbmarathon sehr nahe. Deine genaue Pace hängt von deiner Erfahrung und der jeweiligen Phase deines Trainings ab.


Wie lange sollte mein Tempolauf sein?

Die meisten Tempo-Sessions dauern 20 bis 40 Minuten. Einige Läufer*innen absolvieren den ganzen Lauf an einem Stück, während andere das Workout in kürzere Intervalle mit kurzen Pausen dazwischen aufteilen. Das Wichtigste ist, dass du die Intensität über das gesamte Workout hinweg konstant und kontrolliert hältst.


Wie oft sollte ich einen Tempolauf absolvieren?

Für viele gehört ein wöchentlicher Tempolauf zu einem ausgewogenen Trainingsplan dazu – genau wie leichte Läufe, lange Läufe und Intervalle. Tempoläufe zwischen lockeren Tagen zu platzieren, hilft dir, das gesamte Trainingspensum dauerhaft gut zu verkraften.


Erhöhen Tempoläufe meine VO2max? 

Tempoläufe verbessern vor allem die Laktatschwelle und helfen dir, höhere Geschwindigkeiten länger durchzuhalten.

Die VO₂max lässt sich am besten durch hochintensives Intervalltraining steigern. Tempoläufe verbessern zwar auch deine allgemeine Ausdauer, ihre Hauptaufgabe ist es aber nicht, die maximale Kapazität zu steigern, sondern deine Pace robuster zu machen.


Entspricht die Tempo-Pace der 10K-Pace? 

Die Pace bei einem Tempolauf ist meistens etwas langsamer als das 10K-Renntempo. Ein 10K fühlt sich intensiver an und wird in der Regel über einen kürzeren Zeitraum gehalten. Beim Tempolauf konzentrierst du dich auf eine gleichmässige Intensität knapp unter dieser Schwelle – mit dem Ziel, einen kontrollierten Rhythmus über längere Distanzen zu halten.

Unsere Mission ist es, den menschlichen Geist durch Bewegung zu inspirieren. Angetrieben von Athlet*innen auf der ganzen Welt. Mit der Kraft von Schweizer Technologie. Bewege dich mit uns. Dream On.

Mehr erfahren

Bleib auf dem Laufenden – mit exklusiven Angeboten und Vorab-Infos zu neuen Produkten.

Indem du fortfährst, akzeptierst du unsere Datenschutzrichtlinien. Deine personenbezogenen Daten werden anschliessend an On AG weitergegeben, um dich per E-Mail über Produkte, Umfragen und Angebote zu informieren. Der Versand sowie eine Auswertung zu statistischen Zwecken erfolgen durch die Anbieter Sailthru und Braze in den USA, die in unserem Auftrag arbeiten. Du kannst dich jederzeit wieder vom Newsletter abmelden. Hierfür steht dir am Ende jeder E-Mail ein Abmeldelink zur Verfügung. Weitere Informationen findest du in den Datenschutzbestimmungen der On-Gruppe.