
Tipps für Sommer-Läufe: Was du beim Laufen an heissen Tagen beachten musst
An heissen Sommertagen wird ein Lauf schnell zur echten Herausforderung. Umso wichtiger sind die richtige Erholung und eine angepasste Pace. Hier erfährst du, wie du bei hohen Temperaturen am besten trainierst.
Die Hitze verändert nicht, wo du läufst. Sie verändert, wie du läufst.
Bei warmem Wetter und hoher Luftfeuchtigkeit muss dein Körper Höchstleistungen erbringen, um sich abzukühlen: Dein Atem wird schwerer, du schwitzt schneller und stärker und deine gewohnte Pace erfordert plötzlich vollen Einsatz.
Du musst dich dementsprechend anpassen. Hydration, Erholung und Sonnenschutz werden umso wichtiger, je höher die Temperaturen klettern.
Gemäss Caroline Candelise, Ambassador von On, muss sich nicht nur dein Körper an die Hitze anpassen, sondern auch dein Geist. «Beim Laufen, besonders bei extremen Bedingungen, führe ich einen ständigen inneren Monolog – so kontrolliere ich meine Pace und meine Körperwahrnehmung», sagt sie. «Wenn es anstrengend wird, versuche ich mich nicht dagegen zu wehren, sondern mich an meiner Umgebung zu orientieren, um den Fokus nicht zu verlieren.»
Mit dem richtigen Timing, leichterer Ausrüstung und Flexibilität beim Krafteinsatz wird das Laufen in der Hitze schnell zu einer Sache der Gewöhnung. Hier erfährst du, wie du sicherer unterwegs bist, dich cleverer erholst und deine sommerlichen Kilometer geniessen kannst.
8 Tipps fürs Laufen im Sommer
Hast du dich jemals gefragt, wie viel langsamer du bei Hitze läufst? Die Antwort lautet meistens: langsamer, als du denkst. Im Sommer solltest du dich daher den Bedingungen anpassen, anstatt gegen sie anzukämpfen. An manchen Tagen bedeutet das, einen Gang runterzuschalten. An anderen, den Lauf abzukürzen. Geduld ist bei Sommerläufen wichtiger als Sturheit.
1. Trage leichte, atmungsaktive Kleidung
Dein Outfit spielt eine wichtige Rolle, sobald die Temperaturen steigen. Leichte, schnelltrocknende Materialien transportieren Feuchtigkeit von der Haut weg und leiten erhitzte Luft ab, anstatt sie am Körper zu stauen.
Achte auf atmungsaktive Schichten und Teile, die beim Laufen die Luft zirkulieren lassen. Eine leichte Cap, Kleidung mit UV-Schutz und eine Sonnenbrille machen die Kilometer bei warmem Wetter ebenfalls deutlich angenehmer.
Probier’s mit leichter Kleidung für heisse Tage und warme Kilometer.
2. Hör auf deinen Körper
Das gilt nicht nur bei Hitze, aber dann besonders. Starte den Lauf etwas langsamer als sonst und checke nach 15 Minuten, wie du dich fühlst. Wenn alles passt, kannst du deinen Rhythmus langsam steigern. Wenn nicht, nimm Tempo raus.
Bei Hitze kann sich die Belastung schlagartig verändern. Dein Puls schiesst schneller in die Höhe, du schwitzt früher und eine Route, die sonst ein Klacks ist, wird plötzlich zur Herausforderung.
«Probier‘s einfach aus, ohne Angst zu haben», rät Caroline. «Hör auf deinen Körper und lerne, auch mal ohne Scham anzuhalten, wenn du das brauchst, um ruhig weiterlaufen zu können.»
Oft ist das Klügste, was du tun kannst, langsamer zu laufen. Manchmal ist es sogar noch besser, umzudrehen und den Lauf abzubrechen. In beiden Fällen gilt: Das ist kein Scheitern.
«Dein Körper muss sich anpassen: Du solltest nichts erzwingen, sondern deine Leistungsgrenze Schritt für Schritt erhöhen», sagt Caroline. «Deine Grenzen sind oft eher mental als körperlich und es braucht Zeit, um sie überwinden zu können.»
3. Denk an den Sonnenschutz
Die Hitze ist das eine, die direkte Sonne das andere.
Ein hoher Lichtschutzfaktor ist bei jedem Lauf im Sommer Pflicht, besonders bei längeren Runden oder in der Mittagssonne. Schweissfeste Sonnencreme schützt die Haut selbst dann, wenn es sich draussen noch gar nicht so heiss anfühlt.
Eine gute Lauf-Cap ist an hellen Tagen Gold wert. Sie hält dir die Sonne aus dem Gesicht, sorgt für bessere Sicht und macht heisse Kilometer erträglicher. Halte Ausschau nach einem leichten und luftdurchlässigen Modell.
4. Trink genug
Je höher die Temperaturen, desto mehr schwitzt du. Die Flüssigkeitszufuhr vor, während und nach dem Lauf wird daher umso wichtiger.
Trink regelmässig, anstatt zu warten, bis du durstig bist. Nimm bei längeren Läufen Wasser mit oder plane Routen mit Trinkbrunnen oder anderen Wasserquellen. Schon bei leichter Dehydrierung kann ein eigentlich entspannter Lauf zur Qual werden.
Auch eine Weste wie die Ultra Vest Pro erleichtert das Trinken unterwegs.
Nach ihren Läufen greift Caroline am liebsten zu einem Filterkaffee oder einem frisch gepressten Orangensaft. «Das ist Teil meines Erholungsrituals», sagt sie. «Beides hilft, den Haushalt wieder auszugleichen, und es signalisiert mir, dass die Erholung beginnt.»
5. Bau deine Hitzetoleranz auf
Hier gibt es leider keine Abkürzung. Es braucht Zeit, um dich an das Laufen in der Hitze zu gewöhnen. Konkret: Viele Läufer*innen planen dafür eine bis zwei Wochen ein. Hat sich dein Körper an die hohen Temperaturen gewöhnt, kühlt er sich besser ab, managt den Flüssigkeitsverlust effektiver und die Hitze fühlt sich nicht mehr ganz so anstrengend an.
«Mit der Zeit lernst du, Erschöpfungssignale zu erkennen und richtig mit ihnen umzugehen, anstatt dich von ihnen verunsichern zu lassen», sagt Caroline. «Und irgendwann kannst du den Lauf in vollen Zügen geniessen – du fühlst dich freier, ganz ohne Sorgen wegen der Hitze.»
Manche Läufer*innen experimentieren vor sommerlichen Trainings oder Wettkämpfen im Warmen mit Saunagängen. Aber Anpassung lässt sich nicht erzwingen. Du musst sie aufbauen. Lauf für Lauf.
6. Pass dein Timing an
Wähle die Tageszeit für deinen Lauf bewusst aus. Bei 32 °C zu laufen, kann sich je nach Zeit, Sonneneinstrahlung und Luftfeuchtigkeit komplett anders anfühlen.
Viele glauben, die Mittagshitze sei am schlimmsten. Mittags steht die Sonne am höchsten, du findest kaum Schatten und die UV-Belastung ist am höchsten. Doch oft erreichen die Temperaturen ihren Höchststand erst gegen 15:00 Uhr, da sich die Hitze den ganzen Nachmittag über anstaut. Deshalb gehen viele Läufer*innen im Sommer am frühen Morgen oder dem späteren Abend raus. Dann ist die Luft meist kühler, du musst dich weniger anstrengen und es fällt dir leichter, deine Pace zu halten.
7. Push dich nicht durch
Ein gewisses Unbehagen gehört beim Laufen in der Hitze einfach dazu. Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Schüttelfrost oder eine schnelle Atmung, die sich nicht beruhigen will, dagegen nicht. Das können Symptome einer Hitzeerschöpfung sein – und das heisst: sofort anhalten, abkühlen und erholen.
Ein Hitzschlag ist noch ernster und erfordert sofortige medizinische Hilfe. Verwirrung, Orientierungslosigkeit, Ohnmacht oder das Ausbleiben von Schweiss trotz extremer Hitze sind alles Warnsignale für einen Hitzschlag.
Manchmal ist das Beste, was du für dein Training tun kannst, den Lauf vorzeitig zu beenden. Es gibt immer einen nächsten Tag.
8. Vergiss das Cool-down nicht
Der Lauf ist nicht vorbei, sobald du aufhörst zu rennen. Ein paar Minuten lockeres Auslaufen, sanftes Bewegen oder Stretchen helfen dem Körper, langsam herunterzufahren.
Um beim Laufen in der Hitze cool zu bleiben, ist die Erholung danach genauso wichtig wie das Training selbst.
«Für mich gibt es an heissen Tagen nichts Schöneres, als am Brunnen anzuhalten und meine Haare und Cap ins Wasser zu tauchen», sagt Caroline. «Das ist ein simples Mittel, um die Kerntemperatur des Körpers zu senken und den Hitzestress abzubauen.»
Kaltes Wasser wirkt nach sommerlichen Kilometern wie ein Reset. Kein Brunnen in Sicht? Auch eine kühle Dusche kann nach einem Lauf bei hohen Temperaturen echte Wunder bewirken.
Eisbäder oder der Sprung in den nächsten See, Bach oder ins Meer haben nach langen Sessions oder Wettkämpfen einen ähnlichen Effekt. Doch meistens reicht es schon aus, dem Körper einfach genug Zeit zu lassen, um sich richtig herunterzufahren.
Warum sich das Laufen bei Hitze lohnt
Manche Läufe fühlen sich vom ersten Schritt an härter an. Die Luft wirkt dicker, die Atmung verändert sich und deine gewohnte Pace erfordert plötzlich vollen Einsatz. So fühlt es sich an, bei Hitze rauszugehen. Doch die erhöhte Anstrengung hat auch ihre Vorteile.
«Nach dem Lauf fühlst du dich unschlagbar», sagt Caroline. «Das starke Schwitzen ist wie ein körperlicher Reset, wie eine Form der Reinigung. Nach einem Sommerlauf fühle ich mich so leicht, körperlich und mental befreit.»
Ist Laufen in der Hitze also gut für dich? Wenn du es schrittweise angeht: unter Umständen, ja.
Mögliche Vorteile des Hitzetrainings sind:
- Erhöhte Hitzetoleranz: Je regelmässiger du bei warmem Wetter trainierst, desto besser kommt dein Körper damit klar. Sommerläufe, die dich anfangs noch überwältigen, werden mit der Zeit machbar.
- Läufe bei kühleren Temperaturen fallen dir leichter: Das Hitzetraining kann das Blutplasmavolumen erhöhen – eine der wichtigsten Anpassungen des Körpers. Sinken die Temperaturen, merken viele Läufer*innen, dass sich ihre gewohnte Pace viel geschmeidiger und weniger anstrengend anfühlt.
- Du lernst, wie sich echte Anstrengung anfühlt: Die Hitze reduziert das Laufen auf das Wesentliche. Statt ständig deine Pace im Blick zu behalten, lernst du, nach Gefühl zu laufen und darauf zu achten, wie dein Körper reagiert.
- Mehr Selbstvertrauen bei schwierigen Bedingungen: Beim Laufen in der Hitze musst du flexibel bleiben. Nicht jeder Lauf läuft nach Plan – und das ist okay. Lernst du, dich anzupassen, wirst du insgesamt zu eine*r widerstandsfähigeren Läufer*in.
- Du weisst die Erholung zu schätzen: Das Sommertraining zeigt dir schnell, dass nicht nur dein Lauf zählt, sondern auch, wie du dich erholst. Trinken, Cool-down und Pausen werden zu einem festen Teil deines Trainings.
Lauf stark – trotz der Hitze
Bei hohen Temperaturen zu laufen, erfordert viel Geduld. Du ermüdest schneller, musst dich gezielter erholen und an manchen Tagen fährst du am besten, wenn du deine gewohnte Pace gleich ganz vergisst.
Doch Sommerläufe belohnen dich auch: Denk an die längeren Abende, die ruhigeren Morgenstunden und die kühle Brise nach einem harten Anstieg. Denk an den Brunnen auf halber Strecke und daran, durchgeschwitzt ins Ziel zu kommen – mit dem Wissen, dass du etwas geschafft hast, was sich einst unmöglich anfühlte.
«Du solltest nicht unterschätzen, wie wichtig Support sein kann», sagt Carolina. «Gerade am Anfang kann es einen riesigen Unterschied machen, wenn jemand mit dir läuft – mental, aber auch dafür, wie sicher du bist.»
Die richtige Ausrüstung – wie ein leichter, weicher Sweaterfür kühlere Starts oder ein lockeres Baumwoll-T-Shirt für entspannte Kilometer – hilft dir, heisse Tage bequemer zu meistern. Doch die eigentliche Kunst liegt darin, mit den Bedingungen zu arbeiten, statt gegen sie. Du versuchst nicht, die Hitze zu besiegen. Du lernst, dich mit ihr zu bewegen.
























